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Dienstag, 23. Dezember 2008

keine Sonne, aber nicht dunkle

Wenn man überall rumerzählt, man geht für 4 Monate nach Helsinki, wird man Zeuge von fragende Gesichter und diese Gesichter unterhalten sich dann auch nur noch in Frageform mit dir...'Jetzt im Winter'...'Aber da ist es doch kalt'...'und dunkle'...'Gibt es da nicht nur Schnee'....'Und die wilden Tiere'...'Die laufen den ganzen Tag nur mit Skiern und Schneeschuhen rum'...Und die Antworten die man hat, beschränke sich dann erstmal auf...'JA'...

Was wird also passieren, wenn ich anfange zu erzählen...'Als ich in Lappland war...'
'JA - es war kalt da, bis zu 27°C'...'JA - da es war dunkel da, mal abgesehen von 3 Stunden am Tag'...'JA - es lag überall Schnee, von Oktober bis Mai'...'JA - die Rentiere haben mir aus der Hand gefressen'...'JA - ich habe mich auch auf Skiern und Schneeschuhen fortbewegt'....usw.....

Und am Ende dieser ganzen JA's steht dann...es war großartig...eine Woche Vollprogramm mit viel Natur drumherum, wo auch eine 17 stündige Busfahrt den Gesamteindruck nicht viel ändern konnte...aber für ein 'aber nicht wieder mit den Bus' reichte es dann doch...für 5 Nächte in einer Hütte ohne fließend warmes Wasser und Strom, hatte meine Enthusiasmus dann auch nicht gereicht...eine Hütte mit Küche, Dusche, Kamin und einer Sauna ganz in der Nähe, war dann schon eher mein Fall...Und das mit den draußen Leben bzw. Überleben kann man sich ja auch mal in Ruhe zeigen lassen... der Survival Course mit Icefishing, Quinzees (ähnlich eine Iglu) bauen und Karte/Kompass mit Snowshoe Orienteering hatte mal wieder was von Ferienlager und Spielenachmittag...aber das warmhalten bei -18°C über den ganzen Tag hatte da auch schon irgendwas von von Abendteuer...keiner Tipp - warme Füße sind bei solchen Temperaturen irgendwie vom Vorteil...Wie schon die letzten 3 Monate zuvor, kann man immer wieder an kleinen Sachen, die Herkunftsländer einiger Mitreisender erkennen...Aus welchen Land könnten der Erbauer stammen, der das mit dem Bau einer Schneehütte(links) irgendwie falsch verstanden hatte(rechts)...
kleiner Tipp...lustige Leute mit lustiger Sprache, die bei größeren Tunieren von Ballsportarten immer etwas früher nach Hause fahren und eine Hang zur orangenen Farbe pflegen....wenn schon erfrieren, dann aber mit einen Lächeln im Gesicht...

Jetzt kann ich den Hang zum exzessiven Saunieren verstehen...wenigsten einmal am Tag den fröstelnden Körper durchheizen...in unseren Fall könnte man diese Woche dann auch als eine Art Trainingslager bezeichnen, wobei man diese fleißenden Bewegungen....der Kelle in einem ständigen Kreislauf von Entnahme aus dem Wasserbehälter und Ergießen über dem Ofen... nicht in einer Woche erlernen kann. Eine Temperaturmessung findet dann wohl durch Schmerzempfindungen über Haut statt...in einer finnischen Sauna ist weder eine Temperatur- noch eine Feuchtigkeitsanzeige anzufinden...die Finnische innere Temperaturmessung scheint da wohl auch von einem anderen Hersteller zu stammen...

Wenn wir schon über finnische Lebensweise reden und das Nachahmen der Zugereisten, welche das gut 2 bis 3 Nummern kleiner hinbekommen...dann, ja ich habe es getan...ich war drin...2 bis 3 Nummern kleiner...aber ich war drin...auf Finnisch heißt das dann 30s ist wohl normal und eine Minute ist dann schon ganz gut...wenn wir von 10-15s sprechen, enthält diese Zeitspanne auch das Ein- und Aussteigen sowie natürlich den Brunftschrei zwischendurch...hier wieder ein Tipp, es soll ja Leute geben, die die Strecke von der Sauna runter zum Eisloch im See flinken Fußes ohne Badelatschen hinbekommen...aber die sind dann ganz flink...
Nach dem Entsteigen aus dem Pool, kommt es zu einer Fehlermeldung des Körpers...nein, die Beine sind nicht abgestorben...und wenn man es auch nicht glauben will, auf halber Strecke zur Sauna zurück, wird es dann auch richtig warm...dieses Erlebnis, bleibt aber den Menschen mit den flinken Füßen verborgen...wer anderes masochistisch veranlagt ist und auf Nadelstiche steht, kann sein Glück im Schnee probieren...ich kann nur sagen, es sind verdammt viele Nadeln...in beiden Formen der Abkühlung spielt der Wind eine potenzierende Rolle...ohne Wind lassen sich auch -22°C aushalten...

Nach diese abendlichen Trainingseinheiten, war ich nun gerüstet, für die Abschlussprüfung...es stand dann nochmal ein Tag im Bus an...auf dem Weg zum Arktischen Ozean...im Bus saßen wir drei nun...ich und die zwei Herrn auf meinen Schultern...der Eine mit der genialen Ausrede...'Ich fühl mich heute ein wenig kränklich und es gibt weder Sauna noch Dusche' und der Andere...'JA, mußt du selber wissen, kannst ja bei nächsten mal, wenn du mal wieder vorbei kommst' ...eine halbe Stunde vor der Ankunft hatte dann der Andere gewonnen, aber der Eine stand immer noch am Hintertürchen und hielt sie sperrangelweit auf...

Ich habe es dann auch wirklich getan, schon allein weil die Herren mit der orangenen Seele diesmal nicht früher nach Hause fahren wollten...Golfstrom hin oder her...eisfreieres Wasser hin oder her...-15°C Aussen- und etwa -6°C Wassertemperatur (30% Salzgehalt) sind dann doch nicht so warm...aber wenn ich schon mal umgezogen war und auf den Weg zum Wasser schon gesichtet wurde...wie soll man da noch umdrehen...hier wieder ein Tipp, entweder bis ins Wasser mit Badelatschen oder vielleicht mal an Füßlinge von der Taucherausrüstung denken...dann kann der Körper vielleicht, auch die ganze Zeit mit den Füßen kommunizieren...ach ja Brunftschrei war auch wieder mit von der Partie...hat irgendwas von Motivationstraining...

In den nebenstehenden Bildergalerien sind eingige farbenfrohe Bilder zu erkennen...nein, die sind nicht gemalt und die Aussage eine zugezogenen Südfinnen paßt dann auch dazu...'Hier ist jeder Tag anders'...
Hier sieht man die Sichtweise der Samen, wenn wir Mitteleuropäer davon sprechen, da ist es doch immer dunkel...also bei einer solchen Dunkelheit, kann man eine zeitlang auch mal auf die Sonne verzichten...

Dienstag, 16. Dezember 2008

Land der Samen

Da ich erst am Wochenende zu schreiben kommen, werde ich mal schon einen bildlichen Vorgeschmack auf die nächsten Posts geben...gibt nach einer Wochen Lappland doch einiges zu erzählen und zu zeigen....

Meine letzten 2 Wochen sind hier angebrochen....

Mittwoch, 26. November 2008

Stadtplanung mal anders

Ich suche jemanden, auf den ich mit den Finger zeigen kann, es wird wohl so sein, das ich dafür wohl mehrere Finger brauche...und alles hat damit zu tun, das man wie so oft sagen kann...'ist ja ganz schön hier, ABER'...

Da ich mir ja Namen so gut merken kann und ich eigentlich mich dunkel darin erinnern kann, das ich mal die baltischen Staaten und ihre Hauptstädte auswendig lernen mußte...hier die Preisfrage, wie heißt der mittlere der 3 Balte und bitte die entsprechende Örtlichkeit dazu...

Richtig, es gibt 3² Möglichkeiten und da habe ich mir doch gedacht, wenn ich in zwei Hautstädten war und damit zwei Landesgrenzen überschritten habe, sollte sich die 3. Paarung doch ergeben...und ich überstehe bei "Wer wird Millionär?" wenigstens die 50€ Frage. Ich werde die Paarungen im weiteren Verlauf mal mit einbinden...ihr sollt ja auch was davon haben...wo wir schon mal beim Thema sind, könnte man eine weitaus höher bewertete Frage, nach den größten überdachten Markt Europas, mit der selber Antwort lösen...(ich erwarte Gewinnbeteiligung...)

Da wir ja nun schon vor einiger Zeit die estonische Hauptstadt Tallin zwecks Kontrolle der alkoholischen Handelsroute besucht hatten und mein litauischer Mitbewohner sein Vilnius mit in Gespräch gebracht hatte, als ich von Stockholm schwärmte...war es nun an der Zeit, den Flieger auf einen kleinen Flughäfchen in Tampere zu besteigen...hatte ich eigentlich schon behauptet, nur einen Euro gezahlt zu haben...wir haben das im Flugzeug lieber nicht zum Besten gegeben, mit einer halben Schwimmweste schwimmt sich das glaub ich nicht so gut...

Also wenn man schon im 'Paris des Nordens' lebt, muß man natürlich auch in das 'Paris des Ostens'...wieviel von den Dingern gibt es eigentlich...Da ja Finnland schon meinte uns mit ein wenig weiß zu verabschieden, hat sich die Größte der drei baltischen Hauptstädte, bei der Begrüßung natürlich auch nicht lumpen lassen. Und so beeindruckte uns gleich mal die Altstadt mit den restaurierten Gebäuden, wo die Beleuchtung zu den fallenden Weiß paßte.
Für unser Hostel mitten in der Altstadt, kann man getrost auch Werbung machen und mein Lieblingsrestaurant, was ich mir vorher aus dem Reisführer rausgesucht hatte, habe ich irgendwie 2 Türen weiter ohne mir den Namen zu merken, wohl am Geruch erkannt. Wenn es auf der einen Seite Leute gibt, die eine Lokalität aus Instinkt erkennen , gibt es auch Leute die den wegweisenden Straßennamen aus den Reiseführer nicht mit dem derzeitigen Standort assoziieren können...Bevor sich einer von meinen Mitreisenden angesprochen fühlt und ein anderer Sich das hämische Grinsen nicht verkneifen kann, teile ich mal gleich weiter aus...auffällig in dieser Stadt ist die überdurchschnittliche Durchschnittgröße der Bevölkerung, was für den einen Freud und für den anderen Leid sein kann...ob die irgendwas im Grundwasser haben... Dieses Gebäude stellte sich dann doch irgendwann als Staatsoper heraus und man erzählt sich, das bei der Suche in Stadtführern, schon einige Leute verzweifelt sind...kurze Ortsangabe: im zentralen Park gelegen, zwischen Hauptbahnhof und Unabhängigkeitdenkmal...

Damit ich nicht einen netten Kommentar unter diesen Bericht bekomme, habe in dieser Stadt auch dazugelernt...man sollte auch in einer Stadt mit einen anscheinend niederen Preisniveau, in einer normalen Tanzeinrichtung, bei besonderen Getränkewünschen, offensichtlichen Hinweisen - keine Preisausschilderung, der Frage "single" oder "double" und gelangweiltes Barpersonal bei gefüllten Räumlichkeiten, die Idee im Kopf haben, vor der Bestellung doch mal nach den Preis zu fragen...so nimmt wohl jeder seine kleine Geschichte mit...

Alleine die Altstadt ist schon eine Reise wert, man kann nur sagen, haben sie gut hin bekommen, auch wenngelegentlich noch ein krasser Unterschied zwischen der Vorderseite und den Hinterhof besteht. Auf der nächtlichen Suche nach einen Einschlafbier durch die Altstadt, kamen wir an einer Vielzahl von Pubs, Bars, Clubs und Nightclubs vorbei, alles das was so eine tourismusorientierte Stadt braucht und das ganze Bild auch abrundet. Auf den weiteren Weg in Richtung zentraler Parkanlagen mit allen weiteren Sehenswürdigkeit betraten wir ahnungslos, den zentralen Teil der Altstadt, wo eine extreme Häufung von so genannten Nachtclubs zu finden war. Die Anwesenheit von einen gewissen Personenkreis mit der umgangssprachlichen Berufsbezeichnung "Reinschmeisser" wischten auch die letzten Zweifel beiseite, um welche Art von Etablissemang es sich handelt. Die Worte unserer Gastgeberin waren da sehr zutreffend..."It is easy to come in, but isn't so easy come out." und Arbeitsweise der Herrn war dann auch nervig und penetrant. Dieses führte dan am nächsten Abend dazu, diesen Teil der Innenstadt weiträumig zu umlaufen, obwohl der kürzeste Weg genau durch diese Straße führte.

Nun die Frage nach den WARUM, ist das stadtplanerisch so gewollt, in eine Stadt, die auf den richtigen Weg ist und noch eine Menge Potential in sich trägt, den zentralsten Punkt mit dieser Art von Geschäft zu beleben. Ist es nur eine zeitliche Erscheinung, weil das Geld für den Aufbau gebraucht wird und wird dieser Bereich später einmal ausgelagert. Andererseits reicht es wohl nicht, den Finger nur auf die Stadtväter zu richten, jedes Geschäft braucht auch seine Kundschaft, um solche Ausmaße anzunehmen. Und leider muß man damit auch in einem Atemzug, die flugtechnische Anbindung an das restliche Europa durch eine Billigairline, nennen, die eben nicht nur den normalen Touristen befördert.

Und so lasse ich die Frage im Raum stehen, wo will Riga als Hauptstadt und Aushängeschild Lettlands hin...

Montag, 24. November 2008

anderes Finnland

Nachdem sich die Euphorie von Stockholm wieder gelegt hat und Helsinki mit den Beeindrucken dran war, war es mal wieder Zeit, sich großzügiger Weise ein paar Tage frei zu nehmen und das nächste Ziel anzusteuern. Da eine Billigfluglinie meinte, uns mit einen Lockangebot erst nach Tampere zu ihren "Flughafen" zu locken und um uns dann auch noch nach Riga für einen schmalen Taler zu verfrachten...machten wir uns also auf den Weg in die ehemalige Industriestadt. Es gibt so Aussichten, da fragt man sich doch wirklich, ist das das fertige Stadtkonzept oder arbeiten die Stadtoberen noch dran. Tampere...zweitgrößte Stadt Finnland, ehemalige Industriestadt und beides kann man auf einen Bild darstellen...Die drei gelangweilten Herren im Vordergrund sind mir übrigens von Helsinki schon nachgelaufen und wollte danach durch ihre Statur, die Mischung aus Altstadt und Schornsteinpanorama verdecken...Es steht auch die These im Raum, das man damit ein gewisses Flair bzw. ein Wiedererkennungseffekt damit erzeugen will...die Behauptung der Reiseführer, das alte Fabrikgebäude zu Galerien umgestaltet wurden, stützen diese These... Leider ist damit Tampere im groben schon beschrieben...die Information die ich einer finnischen Quelle entlocken konnte, das diese Stadt das eigentliche Mekka der finnischen Rockszene zu sein scheint, konnte ich leider nicht ergründen. Aber die Anbindung der schon erwähnten Airline scheint wohl auch den Ausschlag zu geben, das diese Stadt wohnorttechnisch von vielen Bands genutzt wird und viele ausländische Fans den günstigen Weg hier her bevorzugen.

Das übrigens alles, was man braucht, um preisbewußte Reisende abzufertigen...kann man von 1€ eigentlich noch vom Preisbewußtsein reden...aber da war auch das Warten auf die Hand, die mir sagen sollte: 'du glaubst doch nicht wirklich...' ... nix war es mit der Hand... ein nettes Lächeln habe ich dafür noch bekommen. Es geht also...nur Handgepäck, kein leckeres Flugzeugessen mit den vielen Einzelteilen zum gespannten Auspacken, kein Bier zum Mutantrinken, kein warten am Scheck in und die Gefahr für Ausnahmen dann nachzubezahlen...

Wer erst Abends fliegt und nur 180km fahren muß, braucht noch eine Ausrede, um nicht doch noch einige Stunden im Vorlesungssaal zu verbringen. Aber als Student sind die Ausreden ja vielfältig und für mein schlechtes Gewissen, mußte eine Tour um die zwei angrenzenden Seen vor dem Abflug her halten. Und da war es wieder, meine Gastgeber hatte mal wieder Recht gehabt. Wenn man als Berliner nach Helsinki kommt, muß man jeden Finnen der fragt erzählen, wie entspannend es man hier Finnland findet....und was bekommt man zu hören: 'Helsinki ist nicht Finnland!!!!'


An dieser Stelle setzte dann die Überzeugungskraft dieser Worte ein...es gibt Ruhe und dann gibt es Ruhe...aber wenn man schon von allein schon die Lautstärke seiner Stimme senkt, um die Ruhe nicht zu stören oder weil man Angst hat, von der Ruhe nicht genug mitzubekommen...dann sollte man vielleicht von der Ruhe reden. Die Finnen haben es einfach drauf, sich das Leben richtig einzurichten...hier war dann als ein Cottage direkt am See, mit einer Aussensauna, eine Grillecke und ein Böötchen und der angesprochenen Ruhe...was will man eigentlich mehr...

Auf den Weg in die Stadt war dann die Bekanntschaft mit dem ersten Schnee angesagt und die Notwendigkeit von finnischen Winterreifen an dem Fortbewegungsmittel. Die Reifen sind mit kleinen Metallplättchen versehen, welche wie Spicks funktionieren, sind als Geräuschkulisse in der Stadt etwas nervig, aber hier dann wohl mal eine super Idee...

Donnerstag, 20. November 2008

Schnee

Wollte nur mal die Sichtung von Schnee melden...noch unbestaetigten Meldung wurden gestern in Tampere und Riga die ersten Schneeflocken gesichtet...und uebrigens , ich wollte es die ganze Zeit ja nicht glauben, aber man kann fuer einen Euro ein Flugzeug besteigen und wird damit sogar transportiert...das Warten auf die offene Hand, welche noch was von mir wollte blieb aus...

Vollstaendige Wortmeldung gibt es dann am Wochenende, wenn ich wieder zu Hause...in Helsinki...bin...

Gruesse aus Riga

Sonntag, 19. Oktober 2008

Einfach mal nachgedacht

(Teil 2)...spätestens jetzt kann man deutlich erkennen, das die Beiträge eines Blog von unten nach oben zu lesen sind. Dann werde ich mich mal noch ein wenig zum Thema Stockholm auslassen.
Die Skandinavier scheinen auch jede helle und insbesondere sonnige Minute auszunutzen. Wenn die Lichtverhältnisse den Schweden dazu bringen, seinen Kafffeespezialitäten an der frischen Luft zu sich zu nehmen, die Außentemperaturen aber etwas dagegen haben, dann werden halt Decken ausgegeben...und siehe da, das entspannte Volk ist zufrieden.Also die vorhanden 13°C haben vollkommen ausgereicht, um die Innenstadt nach einen Kaffeekränzchen aussehen zu lassen. Wo wir schon mal beim Thema sind Licht und die Jahreseinteilung der Nordvölker, wie jeder vielleicht nachvollziehen kann, ist die wichtigste Komponente das Licht hier. So dürfte die Aussage eines Dozenten von mir, welcher gerade mit seinen Büro umzieht, nicht verwundern: 'Aufräumen, mache ich dann im Winter'. Und so sieht es hier auch aus, die genießen die Zeit der Sonnenbestrahlung und arbeiten im Sommer weniger und dafür besteht dann der Winter aus arbeiten und schlafen sowie alles das erledigen, was man so eben vor sich her schiebt. Diese Lebenseinstellung bringt einen wahrscheinlich dazu, bestimmte Sachen lockerer zu sehen und vieles mehr zu genießen.
Ich bin ja eigentlich nicht so der Fan von Stadtrundfahrten...ja Stadtrundfahrt war das böse Wort und zu meiner Entschuldigung, wir waren nur eineinhalb Tage vor Ort...aber um die Stadt in den Möglichkeiten zu begreifen, war das wirklich eine gute Idee. So konnte man sich zeigen lassen, das auf der nächsten Insel noch einen Altstadt war und wo die Stockholmer doch wirklich der Meinung waren, die packen wir auch mit Bars und Pubs voll. Und wenn man schon mal mit Themeninseln angefangen hat, wieso ist es denn dann keine gute Idee, sich eine für Parks, Museen und Vergnügungsparks einzurichten.
Das bringt mich wieder zu der Aussage "Einfach mal nachgedacht...", vieles scheint hier im Gesamtkontext gesehen zu werden, also nicht die Baugenehmigung für ein Haus zu erteilen, sondern einach mal einen Ansatz zu wählen, wie können wir die ganze Straße umgestalten. Eine meiner Theorien ist ja, wohne in einer Stadt, die schon lange Sitz eines Könighause ist und du bekommst eine Stadt, wo jeder Thronfolger meint, er müsse dieser Stadt ein Kunstwerk hinterlassen. Aber vielleicht ist es auch zu viel reininterpretiert und die Einwohner haben einfach nur mal nachgedacht, bevor sie angefangen haben, irgendwas zu verändern.
Aber ist ja nicht so das ich nix zu meckern habe...und das Stadtzentrum mit seinen "architektonischen" Meisterleistungen, war leider noch nicht die Spitze des Eisberges.

Wer bitte hat das denn verbrochen, ein Restaurant, was aussieht wie ein Hafenverladeterminal mitten in der Innenstadt, zwischen den beiden Inseln, welche die Altstadtteile beherbergt...Wie man sieht, sind wohl auch die Stockholmer noch nicht ganz fertig mit Ihrer Stadt.


Mittwoch, 15. Oktober 2008

Einfach mal nachgedacht

(Teil1)...das waren die Worte, die letztes Wochenende immer wieder zu hören waren. Es sind nicht meine Worte, aber die drücken genau das aus, was bleibt. Ihr werdet Euch an diese Worte erinnern, wenn ihr euch hinreißen laßt, dieser Stadt zu begegnen.
Komm mal endlich zum Thema...es war also mal wieder an der Zeit, sich auf einer Fähre einschiffen zu lassen und einmal die Ostsee zu kreuzen. Es war an der Zeit unsere Fährerfahrung von der Tallinreise in die Waagschale zu werfen und es den Nordvölkern in Sachen Feiern gleich zu tun. Schon mal eine Tanzfläche gesehen, die sich vollkommen im Gleichtakt bewegen kann? In unseren Breitengraden kann da nur See die Musik zu diesen Takt spielen. Übrigens, es ist keine gute Idee mit 200 Studenten auf ein Schiff zu steigen, um sich dann zu wundern, das man das Einlaufe in den Hafen am nächsten Morgen verschläft. Der Gedanke, vielleicht mal das letzte Bier weg zu lassen, hat sich dann beim Auslaufen der Heimreise mit jeder Seemeile im Fjord durchgesetzt.
Stockholm, ich könnte jetzt die Floskel bemühen: 'Die Stadt mit den zwei Gesichtern', aber ich fühle mich genötigt, noch zwei drei von diesen Gesichtern drauf zu legen. Der erste Weg führte in die Innenstadt und da wartete schon das erste Gesicht, Städtebau aus einer früheren Zeit, obwohl die Bausünde 'Alexa', da genau reinpassen würde.
Da stand ich nun, es bildet sich die 'Flappe' in meinem Gesicht, dann halt ein wenig durch die Einkaufsstraße schlendern. An dieser Stelle war mir noch nicht bewußt, die haben doch wirklich Stockholm auf mehrere Inseln verteilt und jede hat vor, mir eine anderes Gesicht zu zeigen.
Inseln, also die Dinger mit Wasser drum herum. Eine Frage an alle Freunde von Fisch, angerichtet auf einen Teller...in welchen Großstädten würdet ihr die Ausbeute der innerstädtischen Anglergemeinschaft auf eurer Gabel dulden?
Diese putzigen Gesellen laufen unter den Namen 'Lachsforelle' und kann man mal gut zum Abendessen mitbringen. Ein 'Petrie Heil' war hier wohl nicht mehr nötig, aber auf der anderen Seite des Flusses, wartet das Gesicht, welches zu "kungliga" paßt. Liegt es daran, das ich seit fast zwei Monaten den Worten meiner Gastgeber lausche oder ist das schwedisch uns doch näher als wir dachten.
Da war das "königlichen" Gesicht der nächsten Insel und es griffen zum ersten Mal die Worte des Tages. Hier paßten doch wirklich mal die Mischung aus Altstadt mit kleinen Gassen zu den "bescheidenen" Höflichkeiten der ortsansässigen "kungafamilj".
Die Geburtstagsgeschenkschenker (Schwedentrikot) lagen, glaub ich garnicht so weit weg. Nicht nur das ich hier zu diversen Sehenswürdigkeiten befragt wurde, auch das Schlürfen eines heißen Milchgetränkes sitzend im Aussenbereich eines Cafés, wurde von einen asiatischen Benutzer von Bildspeichergeräten unterbrochen.

Samstag, 20. September 2008

Der etwas andere Tourismus

Wenn einer eine Reise macht, hat jede so seine eigenen Beweggründe sein "Säckl und Päckl" zu schnüren und los zu ziehen. Da steigt man nun am Donnerstagmorgen nichts ahnend auf eine Fähre und was soll man sagen...da war Sie...eine weitere 'Unterart' des Tourismus.
Es gibt also doch noch mehr monogame Reisegründe als den Sextourismus. Da steigen also Menschen auf ein schwimmendes Fortbewegungsmittel, um eine gefährliche Seereise in eine unbekannte Stadt...sagen wir mal Tallin...zu machen, um sich dort der Kauflust nach alkoholischen Mitbringseln hin zu geben. Die Anpassungserscheinungen des Alkoholtourismus gehen inzwischen so weit, das die Preisentwicklung alkoholischer Genußmittel innerhalb von Tallinn ein Verlassen der Fähre nicht mehr notwendig machen.
Finnen und Austauschstudenten, welche durch gelegentlichen Genuß von bezahlbaren Konsumgütern sich auf ihr abendliches Kulturprogramm einstimmen wollen, fahren 2,5 Stunden zu einer Hafenstadt, um dann nach etwa 4 Stunden die Rückreise anzutreten, ohne das übliche 'Von-Bord-Geh-Ritual' zu vollziehen.
Wir wollten uns diesem Ritual dann doch hingeben und da war Sie...eine Stadt die mehr zu bieten hat als nur 'Alkoholtourismus', was übrigens auch gegen jegliche Vorurteile für Thailand zutrifft. Da versucht eine Stadt in Estland den Spagat zwischen moderner und alterhaltener Gebäudestruktur. Ich bin begeistert und muß dieser Stadt leider einen weiteren längeren Besuch androhen. Ich glaube auch, das die Sprache nicht ganz so weit weg ist, wie z.B. die finnische Mundart...

Ich will ja hier keine Gourmetführer raus bringen...aber zu empfehlen ist die Mittelalterschenke auf den alten Marktplatz. Lecker Speisen und Getränke und ein wenig mehr...nur Lichtquellen von wachsumgebenden Dochten...Schnäpse für wahre Männer, was macht bloß so viel Pfeffer in so einem kleinen Glas...und dann eine Örtlichkeit, die mit viel Liebe zum Detail aufwarten kann.

Es gibt auch genung Anhaltspunkte, welche für eine problemlos Gestaltung des abendlichen Programmes sorgen könnten.

Mit diesen Eindrücken begibt man sich nun wieder auf das große schwimmende Fortbewegungsmittel, mit der Gewissheit...eine gute Idee...diesen Tag die Vorlesung den einheimischen Studenten zu überlassen. Und da sitze Sie schon...die Menchen, die es garnicht abwarten können...doch schon mal zu probieren, ob der Inhalt der Flaschen die gleiche Geschmacksrichtung besitzt, wie der von letzter Woche.

Das Absteigen von der Fähre in Helsinki, war dann noch mal ein Erlebnis...eine riesige Horde, einen 'Hackeporsche' in Betrieb, welche palettenweise bestapelt war und an die Grenzen der zulässigen Nutzlast ging...wo liegt eigentlich der Grenzwert des Alkoholspiegels, für das Führen eines solchen Transportmittels...