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Samstag, 6. Dezember 2008

Sport und Spiel

Im allgemeinen paßt der Aussage 'Andere Länder andere Sitten' irgendwie immer, beim Thema Sport sollte man vielleicht noch hinzufügen 'Anderes Wetter andere Vorlieben'. Die hinlänglich bekannte Begeisterung der Finnen zum Eishockey spiegelt sich auch in der Begeisterung zu artverwandten Sportarten, wie z.B. Floorball wieder...Floorball, für alle die mit dem Begriff nicht viel anfangen können, ist Eishockey bloß ohne Eis...da rennen die sportbegeisterten Schlägerträger einem kleinen durchlöcherten Ball hinterher und versuchen ihn in einem eishockeytorähnlichen Gebilde unter zubringen...um ein wenig zu sticheln...das spielen wohl alle die Menschen, die bei der Aufnahmeprüfung im Eishockeyverein Aufgrund mangelnder Schlittschuhbenutzerfahrung durchgefallen sind und die das demnach mit den Rollhokey auch nicht auf die Reihe bekommen.

Da ich aber auch nicht der Held auf dem Eis bin und der Anteil der spielenden Bevölkerung relativ groß ist...muß es doch wohl auch andere Gründe geben...

Eine andere Sportart die das Spielen auf überdachten Spielfeldern erlaubt ist Futsal...die fußballähnliche Ballbehandlung, welche durch die sich ständig wechselnde Wetterlage ("Regnet das hier eigentlich immer"..."Nicht immer, wenn es schneit dann nicht") einen weitaus höheren Anteil hat...war für mich als Grobmotoriker des Spielfeld mit gewissen Anlaufschwierigkeiten verbunden. Obwohl einige von uns, das mit der anderen Größe des Balles , wohl irgendwie falsch verstanden hatten...kleiner Ball, etwas schwerer, sehr ungeordnet wirkendes, unstrukturiertes, aber dafür schnellers Spiel...jedenfalls von den Leuten, die das offensichtlich schon länger spielen. Damit mein Fazit an alle berliner Sportskollegen, welche sich ja schon mal mit der Idee der Umstellung auf Futsal beschäftigt hatten...noch mal in sich gehen, vielleicht mal ausprobieren und dann mit der eigenen Altersstruktur auseinander setzen...

Auffällig ist auch die häufige Bekleidungsvariante 'Sportsachen', zuerst hatte ich ja den Verdacht 'Wenn ich Sportsachen trage, mache ich damit schon quasi Sport...', aber da lag ich mal wieder daneben. Der Waldrundkurs hinter dem Haus, ist schon so angelegt, das das Durchschreiten unter die Rubrik sportliche Aktivität abzustempeln ist. Die sportlich bekleideten Anwohner, sind dabei mit Fahrrad, Hund oder Skistöckern bewaffnet, der mit Anstiegen versehen Pfad, ist nicht mit Bänken versehen, welche zu einer Rast einladen würden, sondern es wurden so genannte Trimdichgeräte aufgestellt.















Und nach Angaben von Beobachtern, können es die meisten Passanten, ob nun spazierender, gehender oder laufender Weise, dann auch nicht lassen, doch mal ein zwei Übungen an dem einen oder anderen Gerät zu machen.

Und dann passierte das, was passieren mußte, es kam der erste Schnee und es waren noch nicht mal alle Seitenstraßen geräumt, da war der Laufweg im Wald schon frei und mit einer Loipe versehen. Das ist aber die Bürgernähe die in Finnland an viele Ecken immer wieder auftaucht, da können sich viele Kommunen mal eine Scheibe von abschneiden. Hier stolpert man auch an jeder Ecke über einen Spielplatz...nicht nur für Kinder, es gibt auch welche für Hunde...

Werde mich jetzt eine Woche in die Wildness aussetzen lassen...um mal zu schauen, ob ich den Weihnachtsmann nicht mal gehörig in den A... treten kann oder vielleicht belasse ich es dabei, eines seiner Renntiere zu fangen und dann zu Grillen....Lappland Ich komme...wenn ich mich nicht wieder melde habe ich wohl verloren oder bin eingeschneit...

Samstag, 4. Oktober 2008

Anderer Enthusiasmus

An einem Donnerstagabend in der Metro von Helsinki auf den Weg in die Innenstadt, ich hatte meine Schlachtenbummleruniform vom FC Honka irgendwie zu Hause vergessen. Und ich dachte schon es liegt am Alter, aber es liegt wohl an der Gegend, irgendwie hatten alle Mitreisenden die Schals und Trikots vergessen oder gut getarnt. Die bierdosenhaltenden Sprech- und Gesangschöre schienen in dieser Stadt auch andere Verkehrsmittel zu nutzen. Falscher Tag, falsche Zeit oder lag es am Regen...das Grübeln hörte auch nicht auf, da die Innenstadt auch kein abweichendes Bild zu sonstigen Tagen zu bieten hatte.
Also noch mal, es war Donnerstag, es war UEFA-Cup-Zeit und wie begeistert der sportliche Teil der Bevölkerung ist, konnte ich ja schon in deren Mitte beim Länderspiel in einer Sportsbar erleben. FC Honka-Santander im Finnairstadion, ein kleines Schmuckstück für 12.000 Menschen und Kunstrasen...der Versuch mit richtigen Rasen wurde nach der 3. Runde abgebrochen.
Im Stadion wurde mir dann sehr schnell wieder bewusst, da gibt es wohl noch eine Sportart, die hier wohl den höher Stellenwert hat, aber Eishockey steht auch noch auf meiner To-Do-Liste.
Die Örtlichkeit war zu etwa 80% gefüllt...ja, es lief parallel auch noch Eishockey in der Stadt...der Teil der Zuschauer, welcher durch eine Geräuschkulisse die Aufmerksam auf sich lenkt, beschränkte sich bei der Heimmannschaft auf etwa 200...nein, es fehlen da keine ein zwei Nullen...die Spanier boten dagegen mindestens 300 auf, wo aber die Hälfte bestimmt Austauschstudenten waren.
Die vereinzelten Ordner, welche durch die sparsam angereisten Polizeikräfte unterstützt wurden, sind auch mehr für die Informationsauskunft da, was dann wieder die Entspanntheit dieses Landstriches wiederspiegelt.
Ach so, Fußball wurde auch noch gespielt, Santander ist weiter gekommen, durch das gleiche zweckmäßiges 1:0 des Hinspieles. Das Highlight des Spiele war dann eher, die lautstarke finnische Anweisung eines Zuschauers an die Balljungen, doch mal die Rudelbildung am Spielfeldrand aufzulösen und die Bitte den Tätigkeitsbereich etwas auszudehnen...
So unaufgeregt wie die Anreise zum Spiel verlaufen war, so entspannt war dann auch der Verkehr nach den Spiel...jeder der schon mal mit dem Auto auf der Heerstraße nach einem Hertaspiel stand, wird sich wohl in einem anderen Film wieder finden.