Montag, 17. November 2008

100 Aufgüsse

Es gibt also noch mehr Leute, die ein zwei Worte in schriftlicher Form zum Thema "Sauna und Finnland" verfassen. Hier mal ein Link zu einem Artikel der "Berliner Zeitung", der genau das Bild von Sauna wiederspiegelt...was ich schon beschrieben habe und was ich hier auch 2-3 mal die Woche erlebe...

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2007/0616/reise/0004/index.html

Und man sieht, das das Thema Sauna hier einen ganz anderen Stellenwert hat, es liegt irgendwo zwischen Sport und Alltag oder sollte ich lieber sagen...für viele gehört es wie Zähneputzen vor dem Schlafengehen einfach dazu, noch schnell mal in der Sauna vorbei zu schauen.

Und übrigens, von einen Wettstreit im zeitlichen Aussitzen in der Sauna gegen einen Finnen ist abzuraten...der fegt dich dann schnell mal mit drei vier gekonnten Aufgüssen innerhalb von 2 Minuten aus den Räumlichkeit, ich schreibe das aus Erfahrung...

Donnerstag, 13. November 2008

suomi weekend

Bevor mal wieder ein neues Wochenende anbricht, sollte ich das Letzte, vielleicht mal mit ein paar Worten abschließen. Nach 2 Monaten Irrungen und Wirrungen, gab vorletztes Wochenende eine erneute kurzzeitige Teilnahme an einer Exchange-Student-Party (und ich hätte es besser wissen sollen) den Ausschlag...jetzt ist Schluss mit lustig...Frage an den interessierten Leser...gilt, das kopfschüttelnde Rumstehen in einer Räumlichkeit mit lauter komisch gekleideten Personen, welche eine amerikanische Unsitte huldigen, als Teilnahme...

Und da war er...der Schlussstrich unter den "Bestellung des Wiener Schnitzels" und das "Mitgrölen der Ballerman-Hits" und später zu Hause behaupten, ich habe das Land und Leute kennen gelernt. Mal so ein richtig finnische Wochenende...alles was so die Vorurteile her geben...um dann sich dann hinstellen zu könne, "ich war hier"...damit meine ich aber nicht eine Kiste mit Salmiaki (Lakritzschnaps) aus Tallin besorgen und diese in der Sauna zum Besten geben....

Bevor ich hier her kam, waren in meinen Kopf die Worte Gitarrenrock und Eishockey zum Thema Finnland zu finden...also waren letztes Wochenende unsere Ziele...genau Gitarrenrock und Eishockey...

Also zwei Abende in zwei völligen angenehmen Läden mit entspannten Leuten und insgesamt 5 Bands...und was soll man sagen...keine Austauschstudenten...Da waren 2 Band zu hören die die Richtung von Evanescence bzw. Within Temtation eingeschlagen haben und eine Andere, welche wohl zu viel HIM gehört hatte, einige Lieder einer Band wären wohl auch Woodstock tauglich gewesen...aber wenn Euch der Name Force Majeure mal über den Weg läuft, kann man sich den Liveauftritt auch anschauen, wenn man nicht so viel mit der Musik am Hut hat...

Da hüpfte also der belangharte, seine lichte Stelle auf dem Kopf überdeckende Sänger über die Bühne und brachte sein Anliegen ganz gut rüber...übrigens, im allgemeinen ist der Bewegungsradius der Bediener der Zupfinstrument in finnischen Bands eher als überschaubar einzuschätzen...lange Haar ließen da keine Möglichkeit erkennen, ob in den Gesichtern mehr los war...auch hier war die Band eine Ausnahme...

Da ich in einen anderen Artikel schon mal ein Bild einer Örtlichkeit zum Besten gegeben habe, lasse ich mich auch hier hinreißen, ein Bild unkommentiert zu veröffentlichen...


Und was soll ich sagen, man kann sich so einen Abend ruhig mal antun, auch wenn man hier mal ein wenig andere Musik hört...kann ja auch mal den Horizont erweitern...

Eishockey...hier so etwa der Stellenwert von Fußball...und wenn dann noch Suomi gegen Schweden spielt, kann man wohl ruhig mal vorbei schauen und einen gewissen Grad von Verbundenheit zum Ausdruck bringen. Gute Idee, das Verhältnis soll ja nicht ganz so einfach sein, aber ein Ligaspiel im Wellblechpalast war das dann wohl nicht. Auch das Betreten der bestuhlten Fanaufenthaltszonen erwies sich als nicht so einfach, ja man sollte vielleicht nicht seinen Sitzplatz suchen, wenn gerade die Nationalhymne gespielt wird...aber das Aufsuchen des Platzes nur zu gestatten, wenn gerade das Spiel unterbrochen ist, halte ich dann doch für ein wenig übertrieben. In meiner Erinnerungen an mein letztes Spiel, waren auch keine Ordner zu finden, welcher wie ein Platzeinweiser aussah und die Eingänge wurden auch nicht bevorhangt, nachdem die Show begonnen hatte.


Ein netter Nebeneffekt hat die Entwicklung zum Showprogramm dann doch, wenn die Stimmung unter diesen Effekten leidet, ist eine Veramerikanisierung durch den Einsatz von Cheerleadern von Nöten.

Die Meinungsbildung ist aber noch nicht abgeschlossen, da die Idee noch ein Ligaspiel zu besuchen, noch im Raum steht. Die "lautstarke" Unterstützung unsererseit, hatte wohl keinen Einfluss auf die Niederlage von unseren Gastgeber.

Samstag, 8. November 2008

Bad Taste Party

Wieviel Menschen können eigentlich auf einer Fläche von 70x110 cm tanzen...Was zum Teufel macht eigentlich eine Stange an der Decke...und wieso macht man bei Playback keinen Soundcheck vorher? Fragen, Fragen und noch mehr Fragen...aber zurück zum Anfang

Alles hat mal wieder im einen Zufall angefangen, ich also sitzend im Auto und auf der Suche nach der berüchtigten finnischen Musik im Autoradio...da man aber auch in Finnland der Meinung ist, Radio ist nicht nur für das Abspielen von Musik gedacht...versuchte ich den Redeschwall der Radiomitarbeiter, mit weiterer Sendersuche zu überbrücken...und da war es...Klänge aus einer anderen schon vergessenen Zeit und die Gedanken 'Man war ich da noch jung'...

Hier gibt es also einen überregionalen Radiosender, wo dann der Name natürlich auch Programm ist...KLF...für alle die mit dieser Gruppe nichts anfangen können, hier mal ein Auszug aus Wikipedia: (eine Seite, genutzt auch von vielen finnischen Dozenten in Präsentationen)

The KLF (Kopyright Liberation Front oder auch Kings of Low Frequency) war eine einflussreiche britische Musikgruppe in den späten 1980ern und frühen 1990ern. Die Bandbreite ihrer Musik reichte von Ambient bis zu House, und sie gelten als Erfinder des Trance, wobei die Gruppe dabei eine gewisse Dreistigkeit im Umgang mit Samples bewies. Im englischen Sprachraum hat sich für die von The KLF geprägte Beimischung von Publikumslärm über House-Produktionen der Begriff Stadium House geprägt.

Und das Konzept dieses Radiosenders stellt sich dann auch so dar, laß uns mal die Musik aus den 90igern nehmen und die mit einigen elektronischen Hilfsmitteln aufpeppen. Das ja nix Neues ist und z.B. in Berlin mit der "Bad Taste Party" auch gut umgesetzt, aber der Sender schafft es im
täglichen Sendeprogramm dieses umzusetzen. Wer dann doch mal reinhören will...

http://www.surfmusik.de/radio/radio-klf-100-mhz-dsl,7474.html

Das Konzept scheint hier erfolgreich zu sein und auch ich kann mich den nicht ganz entziehen, dieses führte dann zu einen Besuch einer ihrer Partys...

...in einen Club den wir bisher immer gemieden haben, da das in langen Schlagen anstehende jugendliche Publikum, doch schon ein Bild über den weiteren Verlauf des Abends hergab. Aber es war Mittwoch Abend und auch die Musikrichtung, gab Anlaß für Hoffnung...

Und da kommen wir zu einer der Fragen vom Anfang...der angekündigte Liveact aus Schweden war dann...Pandora...diese Gruppe gab es wohl mal, muß leider zugeben, das ich so ein zwei Takte doch wieder erkannt habe. Da stand also ein DJ zum Rumhampeln hinter den Plattentellern und eine C.C.Catch-Verschnitt auf der Bühne, welche das mit der Lautstärkeanpassung der Tonspur ihrer Stimme und der Musik nicht hinbekommen haben. Was lernen wir daraus, auch eine Playbackshow kommt nicht ohne vernünftigen Soundcheck aus...

Und so wie es in jeden größeren Tanztempel ist, gibt es Räumlichkeiten für verschiedene Interessengemeinschaften von Musikrichtungen...Ich würde ja gerne den Teil meiner Ausführungen damit beginnen...'ich schritt unter der Tür durch und darüber stand in Lettern geschrieben Suomi-Pop'...würde dramatisch wahrscheinlich ganz gut passen, ich muß aber leider auf dieses Mittel verzichten, da ich diese hinweisenden Worte erst später gesehen habe. Jedenfalls betrat ich diesen Raum, um mir einen Überblick über zu verschaffen...und da war es, ein weiteres finnisches Ritual... Ab wieviel Sichtungen von anscheinend landestypischen Verhaltensweisen, kann man eigentlich von einem Ritual sprechen. Jedenfalls ist mir das besteigen von Einrichtungsgegenständen schon bei einer anderen abendlichen Veranstaltung aufgefallen. Da waren es aber Anzugträger, welche von einer Wahlveranstaltung gekommen waren und mit dieser Verhaltensweise ihrer guten Stimmung und ihren hohen Alkoholspiegel Ausdruck verleihen wollte...dachte ich...aber nein, es scheint hier zu guten Ton zu gehören, seinen Tanzeinlagen auf höheren Niveau Geltung zu verschaffen.

Auf der ganzen Wandreihe waren also Tische (70x110) aufgestellt, welche wohl in der Lage waren, größere Mengen von Leuten gewichts- und bewegungstechnisch aufzunehmen und deren Oberfläche auch auf häufigen Gebrauch schließen lassen. Außerdem wurde den abendlichen Gleichgewichtsstörungen der Gäste Rechnung getragen, indem man eine Stange zum festhalten, über den Tisch angebracht hatte. Der Abend noch relativ jung war und trotzdem war schon ein reger Verkehr auf den Tischen erkennbar und die Tatsache, das das Abräumpersonal auch den Weg über die Tische für Ihre Aufgaben benutzte...scheint es Wohl diese als eine typisch finnische Art zu sein, das Feiern in andere Höhenlagen zu verlegen.

Ich wurde dazu angehalten, eine Begebenheit dieses Abends auch darzulegen, das Thema wird in den Lied von Bodo Wartke "Meine neue Freundin" (http://www.youtube.com/watch?v=YmhWwXP-w4g) ganz gut beschrieben. Es gibt so Situationen, da sieht man Menschen, die in ihren Proportionen ein gewisses Ungleichgewicht aufweisen...und die Gedanken 'irgend etwas paßt da nicht' hervorrufen...der Fall trat an diesen Abend auch auf und wenn der Grad an Direktheit durch die Einnahme stimmungsfördernder Mittel etwas höher gewesen wären...dann hätte man gut die Anfrage an diese kleine zierliche Person hören können...'Was kosteten denn so etwas?'...aber so werde ich weiter im Tal der Ahnungslosen stehen, wenn es um die Preislisten der Ärzte mit gewissen Spezialgebieten geht...

Abschließend ist aber die Vermutung aufzustellen, das das spielen von Oldies, welche jüngeren Alters sind immer mehr in Mode kommen wird...hier in Finnland ist es jedenfalls schon so weit...

Sonntag, 26. Oktober 2008

Überlebenstipps

So, dann habe ich wohl so gut wie Bergfest und fühle mich in der Lage die ersten warnenden Worte auszusprechen. Es gibt da mal wieder ein zwei Sachen, die ich euch nicht vorenthalten möchte, die für ein Überleben oder Leben in dieser Stadt wichtig sein könnten.

  • Teilnehmer eines Austauschprogrammes, sollte sich nach den ersten Abendveranstaltung, den einheimischen Partys zu wenden. Für Menschen die an Begriffen wie Stuhlkreis, Vorstellungsspielchen, Animationsprogramm, Ratespielchen und Chartspartys gefallen finden, überlesen bitte diesen Kommentar.

  • Aufgrund von preislichen Unterschieden in der Beschaffung von stimmungsaufhellenden Mittelchen in gastronomischen Einrichtungen, sollte man sich an seine Jugend zurück erinnern und das Ritual des "Vorglühens" wieder zum Leben erwecken.


  • Aufgrund von einheitlichen Beleuchtungsveränderungen gegen 3 Uhr und nachdrücklichen Hinweisen auf das Verlassen der Beschallungsräumlichkeiten eine halbe Stünde später, ist die komplette Abendplanung zeitlich anzupassen.


  • Bei jugendliche Charme einiger Besucher ist das mitführen von Altersidentifikationsmitteln angebracht, was sich auch als gute Idee erweist, bei den Besuch von so genannten Alko-Shops. Diese monopolistische Einrichtung ist, die einzige Möglichkeit den Erwerb von alkoholischen Flüssigkeiten zu vollziehen.

  • Augen auf bei der Auswahl der nächtlichen Ziele für Trunk und Tanz, ansonsten kann man den Wunschvorstellung von einem rocklastigen Land mit kleinen Clubs und Bühnen, wo die ganze Zeit nur Livemusik läuft, sehr schnell aus den Augen verlieren. Hier kommt auch der Faktor des jugendlichen Charmes deutlich zum Tragen.


  • Der Zutritt zu einigen Bars oder Clubs könnte ohne die Zahlung eines Entgeltdes möglich sein, dagegen ist das tragen jackenähnlicher Bekleidungsstücke innerhalb der Räumlichkeiten nicht erwünscht. Es besteht auch die Möglichkeit, das die Aufbewahrungsgebühr für diese Kleidungsstücke erst beim Verlassen zu entrichten ist.


  • Ein eher gewöhnungsbedürftiges Ritual ist es, dem Sicherheitspersonal beim Verlassen mit einer geldlichen Zuwendung zu entlohnen, die Idee sollte vielleicht in unseren Breiten auch mal Schule machen.


  • Zum guten Ton gehört, das Mitführen und zur Schau stellen von Zahlungsmitteln und Rabattnachweisen in Kartenform, das verlängert den Aufenthalt an der Bar und nicht nur den eigenen...

  • Die Idee das letzte Bier durch ein Glas Wasser zu ersetzen, um morgendlichen Ausfallerscheinungen entgegen zu wirken, wird in einigen Clubs mit selbstbedienbaren Wasserentnahmestellen Rechnung getragen. Es wurden auch schon Wasserbehälter gesehen, wo muntere Zitronenscheiben ihr Unwesen treiben.


  • Seine Werbungsretual durch die vermehrte Ausgabe von Mixgetränken bei den weiblichen Gästen ist genau abzuwägen, da dieser Bevölkerungsanteil in der massenmäßigen Aufnahme dieser Getränke, ihren männlichen Mitbürgern in nichts nachsteht.

  • Auch seine überschwängliche Freude über das Antlitz einiger Teilnehmer dieses Abends mit Auszügen des männlichen Wortschatzes in seiner Muttersprache geltend zu machen, kann zu der Einsicht führen, das Deutsch in diesen Lande für viele die zweite bzw.dritte Fremdsprache ist.


  • Die Benutzung des öffentlichen Personennahverkehrs in Busform hat sich den Schließzeiten der Bewirtungseinrichtungen angepaßt. Man sollte schon sicher sein, das die Mitnahme mit dem letzten Bus gewährleistet ist. Die Erträglichkeit der entstehenden Wartezeit von 1,5 h ist von der Wetterlage abhängig. Die Idee diese Wartezeit, mit den 'auf den Hacken umdrehen' und den nächsten Ausschanktempel aufzusuchen, zu verkürzen, endet immer wieder vor verschlossenen Türen.


  • Eine ganz schlechte Idee ist es, vor der Theke zu stehen und beim Blick in die Geldbörse festzustellen: 'Super, es reicht noch für ein Bier'...der Busfahrer wird einen dann ganz nett erklären, warum das keine so gute Idee war. 4€ möchtet der nette Herr am Steuer für seinen nächtlichen Service dann doch haben, da nützt auch das Rumwedeln mit der Monatskarte nix. (nur am Wochenende)


  • Ein Extrapunkt gönne ich mir, für die super Idee der Verkehrsbetriebe ihre Beförderungsmittel innerhalb der Woche nur bis halb 2 verkehren zu lassen. An diesen Tagen klappt die Anpassungerscheinung an die Öffnungszeiten nicht...aber richtig gute Partys sind ja auch gegen 1 spätesten halb 2 beendet.


  • Wenn man es verpaßt hat, die tolle Person beim tanzenden Trinken oder trinkenden Tanzen für sich zu gewinnen, gibt einen die Stadt eine letzte Chance im Nachtbus...hier sind alle auf den gleichen Level und beim langsamen nebeneinander Einschlafen sollen sich schon Menschen gefunden haben.



  • Die Benutzung eines taxiähnlichen Fortbewegungsmittel sollte auch zeitlich gut abgestimmt werden, da es auch hier am Ende des Abends zu extrem langen Zeitfenstern kommen kann, aber auch diese sind durch Konversation und die Idee der letzten Chance mit Inhalt zu füllen.
Ich brauche an dieser Stelle ja nicht gesondert zu erwähnen, das die meisten Erfahrungen von Hören-Sagen und Beobachtungen her rühren...

Freitag, 24. Oktober 2008

Hilfe - wilde Tiere

Wittenberg - Kühn ist er, der Elch, und unerschrocken. Ausgerechnet in das Land kehrt er zurück, das wohl die perfideste Art der Jagd kennt. Weil nämlich ein Elch gewöhnt sei, an einen Baum gelehnt zu schlafen, so jedenfalls beschrieb es der bekannte griechische Gelehrte Eratosthenes um die Zeitenwende, würden die Germanen die Bäume ansägen - und so das große Schaufeltier elegant zu Fall bringen.
Noch allerdings wurden keine angesägten Bäume gesichtet, seit sich Ende September oder Anfang Oktober ein Jungelch in Sachsen-Anhalt eingefunden hat. In den Gemarkungen rund um die Lutherstadt Wittenberg hat man ihn beobachtet, wo er von Südost nach Nordwest zog, offenbar in Richtung des Höhenzugs Fläming. Hier und da konnten Experten auch seine Hufspuren identifizieren und daraus ablesen: 2,30 Meter groß soll er sein und 500 Kilo wiegen.
(Der Elch ist zurück, http://www.welt.de/, welt online)

Diesen Bericht werde ich mal zum Anlaß nehmen, ein paar Worte über die einheimischen Bestien zu verlieren. Ein Schaufeltier habe ich hier noch nicht gesichtet, aber das werde ich mir wohl für die Lapplandtour Anfang Dezember aufheben. Aber wie man lesen kann, könnte ich diesen Viechern ja auch schon zu Hause hinterher laufen. Und wenn ich es nicht schaffe, diesen Tieren Auge in Auge...ich in weiter Entfernung hinter einen großen Baum...gegenüber zu stehen, muß ich leider meinen Gastgebern androhen, an einer ruhigen Straße anzuhalten und doch mal den Werkzeugkasten zu gebrauchen, um den Standort dieses Schildes dann nach Berlin zu verlagern. Das erinnert mich daran...ich muß mir noch eine Säge besorgen...habe ich wohl auch zu Hause liegen lassen.
An dieser Stelle muß ich leider mal eine Warnung für alle Reisenden aussprechen, angelockt von in einem Reiseführer angepriesen Freilichtmuseeum, wurden wir den zahlenmäßig weit überlegenen wilden Tieren auf einer Insel ausgesetzt. Diese jagten uns einmal quer über das Island und wurden auch noch handgreiflich. Eine aggressive Unterart des in Deutschland ansässigen putzigen Eichhörnchen, kreiste uns an mehreren Stellen auf der Inseln ein und ließen sich, dann nur mit Wegezoll von weiteren Repressalien abhalten...aber im weiter Wegverlauf standen wir dann unter strenger Beobachtung. Nach Erzählungen wurde dieser Verfolgungswahn bei einigen Besuchern in ihren Träumen vorgesetzt. Eines der wenigen Bilder, welches unter Einsatz unseres Leben rausgeschmuggelt wurde, zeigt die brutale Vorgehensweise der tierischen Einsatzkräfte.Desweiteren bekamen die eingesetzten Tierarten regelmäßig Luftunterstützung...welche durch ihren direkten Umgang mit "Besuchern" das Bild dieses Ausflugzieles abrundete.





Wir konnten mit hohen Einsatz, dann doch die Insel wieder verlassen und die Sichtweise auf das Kaninchen was vor meinen Fenster in regelmäßigen Abständen hoch und runter patrolliert, hat sich an diesen Tag auch ein wenig verschoben. Welche Aufgaben haben dann die Langohren, welche in den Grünflächen der Stadt stationiert sind eigentlich, angerichtet auf meinen Teller gefallen sie mir ziemlich gut und dann wollen wir mal schauen, wer zu letzt lacht....

Also Augen auf und die Worte im Reiseführer: "Die schöne Inselnatur lädt zu allen Jahreszeiten zu einem erholsamen Spaziergang ein.", bekommen unter solchen Erfahrungen eine ganz andere Bedeutung.

Sonntag, 19. Oktober 2008

Einfach mal nachgedacht

(Teil 2)...spätestens jetzt kann man deutlich erkennen, das die Beiträge eines Blog von unten nach oben zu lesen sind. Dann werde ich mich mal noch ein wenig zum Thema Stockholm auslassen.
Die Skandinavier scheinen auch jede helle und insbesondere sonnige Minute auszunutzen. Wenn die Lichtverhältnisse den Schweden dazu bringen, seinen Kafffeespezialitäten an der frischen Luft zu sich zu nehmen, die Außentemperaturen aber etwas dagegen haben, dann werden halt Decken ausgegeben...und siehe da, das entspannte Volk ist zufrieden.Also die vorhanden 13°C haben vollkommen ausgereicht, um die Innenstadt nach einen Kaffeekränzchen aussehen zu lassen. Wo wir schon mal beim Thema sind Licht und die Jahreseinteilung der Nordvölker, wie jeder vielleicht nachvollziehen kann, ist die wichtigste Komponente das Licht hier. So dürfte die Aussage eines Dozenten von mir, welcher gerade mit seinen Büro umzieht, nicht verwundern: 'Aufräumen, mache ich dann im Winter'. Und so sieht es hier auch aus, die genießen die Zeit der Sonnenbestrahlung und arbeiten im Sommer weniger und dafür besteht dann der Winter aus arbeiten und schlafen sowie alles das erledigen, was man so eben vor sich her schiebt. Diese Lebenseinstellung bringt einen wahrscheinlich dazu, bestimmte Sachen lockerer zu sehen und vieles mehr zu genießen.
Ich bin ja eigentlich nicht so der Fan von Stadtrundfahrten...ja Stadtrundfahrt war das böse Wort und zu meiner Entschuldigung, wir waren nur eineinhalb Tage vor Ort...aber um die Stadt in den Möglichkeiten zu begreifen, war das wirklich eine gute Idee. So konnte man sich zeigen lassen, das auf der nächsten Insel noch einen Altstadt war und wo die Stockholmer doch wirklich der Meinung waren, die packen wir auch mit Bars und Pubs voll. Und wenn man schon mal mit Themeninseln angefangen hat, wieso ist es denn dann keine gute Idee, sich eine für Parks, Museen und Vergnügungsparks einzurichten.
Das bringt mich wieder zu der Aussage "Einfach mal nachgedacht...", vieles scheint hier im Gesamtkontext gesehen zu werden, also nicht die Baugenehmigung für ein Haus zu erteilen, sondern einach mal einen Ansatz zu wählen, wie können wir die ganze Straße umgestalten. Eine meiner Theorien ist ja, wohne in einer Stadt, die schon lange Sitz eines Könighause ist und du bekommst eine Stadt, wo jeder Thronfolger meint, er müsse dieser Stadt ein Kunstwerk hinterlassen. Aber vielleicht ist es auch zu viel reininterpretiert und die Einwohner haben einfach nur mal nachgedacht, bevor sie angefangen haben, irgendwas zu verändern.
Aber ist ja nicht so das ich nix zu meckern habe...und das Stadtzentrum mit seinen "architektonischen" Meisterleistungen, war leider noch nicht die Spitze des Eisberges.

Wer bitte hat das denn verbrochen, ein Restaurant, was aussieht wie ein Hafenverladeterminal mitten in der Innenstadt, zwischen den beiden Inseln, welche die Altstadtteile beherbergt...Wie man sieht, sind wohl auch die Stockholmer noch nicht ganz fertig mit Ihrer Stadt.


Mittwoch, 15. Oktober 2008

Einfach mal nachgedacht

(Teil1)...das waren die Worte, die letztes Wochenende immer wieder zu hören waren. Es sind nicht meine Worte, aber die drücken genau das aus, was bleibt. Ihr werdet Euch an diese Worte erinnern, wenn ihr euch hinreißen laßt, dieser Stadt zu begegnen.
Komm mal endlich zum Thema...es war also mal wieder an der Zeit, sich auf einer Fähre einschiffen zu lassen und einmal die Ostsee zu kreuzen. Es war an der Zeit unsere Fährerfahrung von der Tallinreise in die Waagschale zu werfen und es den Nordvölkern in Sachen Feiern gleich zu tun. Schon mal eine Tanzfläche gesehen, die sich vollkommen im Gleichtakt bewegen kann? In unseren Breitengraden kann da nur See die Musik zu diesen Takt spielen. Übrigens, es ist keine gute Idee mit 200 Studenten auf ein Schiff zu steigen, um sich dann zu wundern, das man das Einlaufe in den Hafen am nächsten Morgen verschläft. Der Gedanke, vielleicht mal das letzte Bier weg zu lassen, hat sich dann beim Auslaufen der Heimreise mit jeder Seemeile im Fjord durchgesetzt.
Stockholm, ich könnte jetzt die Floskel bemühen: 'Die Stadt mit den zwei Gesichtern', aber ich fühle mich genötigt, noch zwei drei von diesen Gesichtern drauf zu legen. Der erste Weg führte in die Innenstadt und da wartete schon das erste Gesicht, Städtebau aus einer früheren Zeit, obwohl die Bausünde 'Alexa', da genau reinpassen würde.
Da stand ich nun, es bildet sich die 'Flappe' in meinem Gesicht, dann halt ein wenig durch die Einkaufsstraße schlendern. An dieser Stelle war mir noch nicht bewußt, die haben doch wirklich Stockholm auf mehrere Inseln verteilt und jede hat vor, mir eine anderes Gesicht zu zeigen.
Inseln, also die Dinger mit Wasser drum herum. Eine Frage an alle Freunde von Fisch, angerichtet auf einen Teller...in welchen Großstädten würdet ihr die Ausbeute der innerstädtischen Anglergemeinschaft auf eurer Gabel dulden?
Diese putzigen Gesellen laufen unter den Namen 'Lachsforelle' und kann man mal gut zum Abendessen mitbringen. Ein 'Petrie Heil' war hier wohl nicht mehr nötig, aber auf der anderen Seite des Flusses, wartet das Gesicht, welches zu "kungliga" paßt. Liegt es daran, das ich seit fast zwei Monaten den Worten meiner Gastgeber lausche oder ist das schwedisch uns doch näher als wir dachten.
Da war das "königlichen" Gesicht der nächsten Insel und es griffen zum ersten Mal die Worte des Tages. Hier paßten doch wirklich mal die Mischung aus Altstadt mit kleinen Gassen zu den "bescheidenen" Höflichkeiten der ortsansässigen "kungafamilj".
Die Geburtstagsgeschenkschenker (Schwedentrikot) lagen, glaub ich garnicht so weit weg. Nicht nur das ich hier zu diversen Sehenswürdigkeiten befragt wurde, auch das Schlürfen eines heißen Milchgetränkes sitzend im Aussenbereich eines Cafés, wurde von einen asiatischen Benutzer von Bildspeichergeräten unterbrochen.